Flori App

UX-Research | UX-Design

Entwicklung einer Blumenbestell-App, vom Wireframe bis zum High-Fidelity Prototyp

Entwicklung einer benutzerfreundlichen App zur schnellen und unkomplizierten Bestellung von Blumensträußen. Für Privat und Geschäftskunden, die einmalig oder regelmäßig bestellen. Besonderheit: Der Käufer kann individuell seinen eigenen Blumenstrauß in sehr kurzer Zeit zusammenstellen.

Zeitraum

2025

Rolle

UI Design und UX Research

Ziele

Das Ziel der App ist es, Nutzern die Möglichkeit zu bieten, in nur wenigen Schritten einen individuellen Blumenstrauß schnell und mühelos zu bestellen. Der Bestellprozess soll intuitiv, effizient und benutzerfreundlich gestaltet sein. Durch spezielle Funktionen wie Favoritenlisten ermöglichen wir eine optimierte und zeitsparende Bestellung, insbesondere für regelmäßige Kunden.

Zielgruppe

Die App richtet sich an eine breite Zielgruppe aus Privat- und Geschäftskunden, die Blumen schnell, einfach und individuell bestellen möchten. Besonders attraktiv ist sie für Vielbesteller, die von Favoritenlisten und einem optimierten Bestellprozess profitieren

Herausforderung

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung einer App zum Bestellen von Blumensträußen lag in der Kombination aus einfacher Bedienung, individuellem Angebot und reibungsloser Logistik (z.B. Ablauf der Zustellung und Gewährleistung der Qualität).

01 Forschung

Mit der Nutzerstudie verfolgte ich das Ziel, zu verstehen, vor welchen Herausforderungen Nutzer beim Online-Kauf von Blumensträußen stehen. Neben einem Wettbewerbs-Audit, um das Angebot der bisherigen Blumenbestell-Apps zu analysieren, galt es herauszufinden, welche Wünsche die Nutzer*innen beim Bestellen von Blumensträußen online haben und welche Faktoren sie dazu bewegen, den Online-Weg zu wählen. Daraus ergaben sich zentrale Fragestellungen: Welche Schmerzpunkte müssen mit der App adressiert werden und welche Schwierigkeiten gilt es zu vermeiden? Zeiteffizienz, eine intuitive Handhabung und die Möglichkeit, die App an individuelle Bedürfnisse anzupassen, waren einige erste Überlegungen. Besonders wichtig war es, mithilfe von Personas und Empathy Maps genauer zu analysieren, welche Bedürfnisse bei dem Nutzer im Vordergrund stehen und welche weniger relevant sind. Die detaillierte Betrachtung mit Hilfe einer User Journey zeigte auf, welche Momente im Bestellprozess von besonderer Bedeutung sind. Das Einfühlen in die Nutzer hat mir geholfen, ihre Perspektiven und die unterschiedlichen Anforderungen, die sie an die App stellen, besser zu verstehen.

Beispiel einer Persona

Beispiel der User Journey

Schmerzpunkte

Einige wichtige Schmerzpunkte die identifiziert wurden:

  • Die Nutzenden stehen meistens unter Zeitdruck, sei es auf der Arbeit oder nach der Arbeit um noch schnell einen Blumenstrauß zu bestellen.

  • Die Nutzenden fragen sich meistens, ob die Qualität des Straußes am Ende wirklich gut ist. Es gibt meistens keine 100%ige Sicherheit.

  • Die Nutzenden machen sich meistens Sorgen, ob der Strauß pünktlich ankommt. Sei es auf Arbeit oder zum Geburtstag.

  • Es fällt vielen Nutzenden schwer in der Masse des Angebotes den richtigen Strauß zu wählen.

02 Skizzen / Wireframes

In einem Papier Wireframe wollte ich so gut wie möglich die Verteilung und Anordnung der Bilder sowie Texte und Button darstellen. Dabei war es mir wichtig, die grundlegende Funktionalität zu klären. Wo genau soll was platziert werden? Wie sind die Screens aufgebaut. In verschiedenen Skizzen entsand eine Vorlage für die digitalen Wireframes in Figma.

Digitaler Wireframe

Low-Fidelity-Prototyp

Mit dem fertiggestellten Low-Fidelity Prototyp habe ich eine Nutzerstudie mit fünf Teilnehmenden durchgeführt. Dabei legte ich besonderen Wert darauf, eine diverse Gruppe von Personen einzubeziehen, um unterschiedliche Perspektiven und Bedürfnisse zu berücksichtigen.

04 Nutzungstests

Das Ziel der Nutzungstests war es, die Herausforderungen zu identifizieren, mit denen Nutzer bei der Durchführung zentraler Aufgaben konfrontiert sind: die Auswahl oder Erstellung eines individuellen Blumenstraußes, das Bestellen, die Zahlung sowie die Navigation durch die App. Um den Teilnehmern maximale Flexibilität zu bieten, habe ich eine unmoderierte Nutzerstudie durchgeführt, sodass sie der Test nach eigenem Zeitplan durchgeführt werden konnte.

Ich ging zunächst davon aus, dass Nutzer Schwierigkeiten beim Bestellprozess haben könnten. Diese Annahme wurde bestätigt, da die Teilnehmer sich eine zusätzliche Bestätigungsseite wünschten, um ihre Bestellung vor dem Abschluss noch einmal überprüfen zu können. Außerdem hatte ich vermutet, dass das Erstellen eines individuellen Straußes eine größere Herausforderung darstellen könnte. Tatsächlich hatte jedoch nur eine Person damit Probleme. Viele Nutzer wünschten sich jedoch mehr Informationen darüber, wie sie Blumen sinnvoll kombinieren können.

Basierend auf diesen Erkenntnissen sollte der Prozess zur Gestaltung individueller Sträuße intuitiver gestaltet werden, mit klareren Empfehlungen zur Blumenkomposition. Zudem sollte der Bestellprozess transparenter sein und eine abschließende Bestätigungsseite enthalten, um die Nutzererfahrung zu verbessern.

UX Research – Zusammenfassung (PDF)

05 Design

Das Design der App wurde bewusst elegant und fein gestaltet, um die hohe Qualität der Blumensträuße visuell zu unterstreichen. Eine besondere Herausforderung stellte die Farbwahl dar, da die Blumen selbst bereits eine Vielzahl an Farben enthalten. Eine rein graue Farbgebung hätte nicht die gewünschte Frische vermittelt, weshalb die Wahl auf ein harmonisches Zusammenspiel aus dunklem und hellem Lila fiel – eine Farbe, die für verschiedene Anlässe geeignet ist. Die Buttons sind in einer gesättigten Farbnuance gehalten, um ihre Interaktivität zu betonen und die Nutzer intuitiv zur Aktion einzuladen. Für die Hauptüberschriften wurde eine geschwungene Serifenschrift gewählt, die Individualität, Originalität und das handwerkliche Können hinter den Sträußen widerspiegelt. Ergänzend dazu wurden Icons im Stil handgezeichneter Illustrationen integriert, die eine warme, einladende und freundliche Atmosphäre schaffen. Insgesamt vermittelt das Design weniger kühle Distanz als vielmehr eine herzliche, persönliche Notepassend zur Idee, mit Blumen Freude zu bereiten und Menschen etwas Gutes zu tun.

05 High-Fidelity Prototyp

Aus dem ersten Entwurf habe ich einen interaktiven Prototypen erstellt und mit diesem noch einmal einen Nutzungstest mit 5 Teilnehmenden durchgeführt.

Die Erkenntnisse aus dem Test waren zum Beispiel folgende: 

  • Die meisten Nutzer*innen vermissten eine Preisangabe bei den einzelnen Blumen. Folglich braucht es Preisangabe.
  • Die meisten Nutzer*innen vermissten immer noch eine bessere Empfehlung (das Symbol „i“ hat leider nicht weitergeholfen)
  • Alle Nutzenden hatten Probleme bei der Erstellung eines individuellen Straußes. Die Option der Erstellung eines individuellen Straußes entspricht weiterhin nicht den Erwartungen, schnell und unkompliziert zum Ziel zukommen.
  • Vereinzelte Nutzende fragten sich, wie genau die Verpackung aussieht. Demnach sollte es einen Hinweis geben, ob der Strauß in einem Karton als Geschenk oder nicht geliefert wird.
  • Die Nutzenden fragten sich, was passiert, wenn der Strauß nicht zugestellt wird. Die Erkenntnis: Es sollte eine weitere Option angeboten werden, wenn die Lieferung A nicht funktioniert.
  • ….

05 Fazit

Zu Beginn wollte ich den Nutzerinnen die Möglichkeit geben, komplett ihren individuellen Strauss zu kreieren. In der Studie hat sich gezeigt, dass das zu komplex ist, viele Fragen aufwirft und dabei das Feedback des Blumenhändlers fehlt. Nach der Studie habe ich anstelle dessen einen Filter für das gesamte Angebot des Blumenladens erstellt. Der Filter ist in verschiedene Kategorien aufgeteilt und dadurch erlaubt er eine sehr feine, den Wünschen entsprechende, Suche.

Ausschnitt des finalen Design Systems

Die Entwicklung der App hat gezeigt, wie wertvoll Nutzungsstudien für den Designprozess sind. Dank des Feedbacks der Nutzenden konnte ich herausfinden, was tatsächlich funktioniert und was nicht. Besonders bemerkenswert war die Erkenntnis, dass ich auf eine Funktion, die ich ursprünglich gerne umgesetzt hätte, verzichten musste: die individuelle Erstellung eines Straußes. Stattdessen habe ich die Idee eines Filters entwickelt, der genau die Kategorien bietet, die den Nutzenden eine schnelle und passgenaue Auswahl ermöglicht. Diese Einsicht führte zu einer entscheidenden Veränderung und Weiterentwicklung des Konzepts.

Kleinere Details, wie die Anzeige von Preisen, erscheinen auf den ersten Blick oft nebensächlich, können jedoch bei der ersten Gestaltung schnell übersehen werden. Das Feedback hat mir geholfen, solche Aspekte zu optimieren. Ebenso war der Hinweis auf Barrierefreiheit ein wesentlicher Punkt: Ich habe mein Design hinsichtlich Kontrasten und Sättigungen überprüft und entsprechend angepasst, um die App für alle Nutzenden zugänglich zu machen.

Abschließend würde ich einen weiteren Nutzungstest durchführen, da die Funktionalität nach der letzten Überarbeitung noch grundlegend verändert wurde. Nach dieser finalen Überprüfung kann dann der Schritt in die Programmierung folgen.

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